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Mobiles Webdesign

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Erscheinungsjahr: 2008
Verlag: Galileo Computing
ISBN-13: 978-3836211536
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QR-Code vs. Datamatrix

31.08.2009

Kürzlich haben wir bei der Mobilistics GmbH ein weiteres Projekt abgewickelt, bei dem wieder einmal ein QR-Code als einfache Verlinkung von der Print-Werbung zum Mobile-Content zum Einsatz kam. Der Code dient in diesem Fall dazu, um Teilnehmern eines Gewinnspiels eine einfache Teilnahme direkt vor Ort zu ermöglichen, ohne das dabei die doch recht lange URL mit der „Mäuseklaviatur“ umständlich am Handy eingetippt werden muss. Gedruckt wurde der Code auf eine Postkarte, die gleichzeitig eine Erläuterung zur Teilnahme enthält.

Generell kamen bisher bei allen von uns abgewickelten „Mobile Tagging“-Projekten ein QR-Code zum Einsatz, obwohl unser eigens zum Verwalten solcher Kampagnen entwickelter „Mobilistics Application Server“, neben dem QR-Code durchaus auch das Semacode-/Datamatrix-Format (und theoretisch auch den weniger verbreiteten Aztec-Code) unterstützt, das immerhin gut 20% weniger Fläche bei gleichem Inhalt benötigt. Die Gründe bzw. den Grund für den QR-Code möchte ich hier kurz ausführen.

Wie eben erwähnt benötigt ein Datamatrix-Code nur eine Fläche die rund 20% kleiner ist als die eines QR-Codes gleichen Inhalts. Dennoch nutzten wir bisher ausschließlich QR-Codes. Dies hat, so muss ich zugeben, ausschließlich rein ästhetische Gründe und entspringt keiner wirklich technisch-rationalen Entscheidung. Diese wäre vermutlich, eben wegen der geringeren Größe, zu Gunsten der Datamatrix ausgefallen. Jedoch ist es so, dass jeder mir bekannte 2D-Barcode-Reader sowohl den QR-Code als auch den Datamatrix-Standard unterstützt.

Der QR-Code ist jedoch durch seine drei großen schwarzen Identifikationspunkte in den Ecken unserer Meinung nach wie geschaffen dazu, um vom Nutzer wiedererkannt zu werden. Ein solches signifikantes Merkmal fehlt bei der Datamatrix jedoch (fast) völlig. Dieser ist eine einfach Schachbrett ähnliche Pixelfläche bei der der Novize nicht unbedingt etwas mit anzufangen weiß. Natürlich weiß ein absoluter Novize auch bei einem QR-Code nicht direkt etwas damit anzufangen. Doch sorgen die drei markanten Punkte in den Ecken wie gesagt für einen höheren Wiedererkennungswert als das bei dem Datamatrix-Schachbrett der Fall ist. Generell meine ich aber zudem auch Tendenzen erkennen zu können, dass die Mehrzahl der bisher bekannt gewordenen „Mobile Tagging“-Projekte eher auf den QR-Code, statt auf die Datamatrix gesetzt haben. Die Suchergebnisse bei Flickr sprechen da ebenfalls für sich (589/376 bei Datamatrix/Semacode ggü. 2479 beim QR-Code).

Beide Code-Typen wurden vom Mobile Code Consortium (MC2) als „Quasi-Standard“ zur Verwendung in Mobile Marketing Aktionen empfohlen. Wir denken hier aber, dass die Entwicklung einzig aus den gerade genannten Gründen zum QR-Code übergehen wird. Lassen wir uns überraschen.

Wer noch etwas Lesestoff zum Thema haben möchte: die Absatzwirtschaft berichtet über Mobile Tagging als Teil des Mobilen Marketings.

Social Networks zum eigenen Vorteil nutzen

16.06.2009

Laut „Mediascope Europe“, einer Studie über das Online-Verhalten europäischer Bürger, besaßen 2007 bereits 4 von 10 Jugendlichen bzw. junge Erwachsene in Deutschland ein Profil bei einem der zahlreichen online Social Networks, inzwischen dürfte diese Zahl wohl noch weitaus höher liegen. Und damit werden eben diese Netzwerke natürlich auch für Personalchefs, die auf der Suche nach Auszubildenden, Werkstudenten oder festen Angestellten sind, alles andere als uninteressant.

Private Urlaubsfotos, die eigene Lieblingsmusik oder Gruppenzugehörigkeiten; alles, was für die Besetzung einer ausgeschriebenen Stelle von Relevanz ist (oder auch nicht), wird in solchen vermeintlich privaten Profilen durch Gedankenstriptease, meist ohne große Hintergedanken, öffentlich zur Schau gestellt. So ist es keine Überraschung, dass eine Umfrage des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater ergab, dass inzwischen 33% aller Personalchefs und Headhunter Seiten dieser Art zu Recherchezwecken verwenden.

Dies kann schnell zum Karrierekiller werden, und so sollte man zumindest während der Bewerbungsphase davon absehen öffentlich kund zu tun, dass „VW - Die einzig wahre Automarke“ ist, während man seine Bewerbungen aber dennoch zu Toyota oder Nissan geschickt hat. Auch Gruppen wie „Meine Schlafzeiten kollidieren mit meinen Arbeitszeiten“ oder „Ich mache mehr Pause als du arbeitest“ sollte nur beitreten, wer sicher ausschließen kann, dass sich in absehbarer Zeit ein relevanter Personaler auf das eigene Profil stoßen wird. Vorsicht sollte dabei außerdem bei öffentlich zur Schau gestellten Mitgliedschaften geboten sein. Klar mag hinter „Greenpeace“ eine gute Idee mit löblicher Absicht stecken, jedoch assoziieren viele Leute oftmals noch ganz andere Dinge mit Organisationen dieser Art.

Viele Netzwerke haben auf Drängen ihrer Benutzer inzwischen eine Funktion eingebaut, um das eigene Profil vor Personen, die nicht zum eigenen Freundeskreis gehören zu verstecken. Ob dieser Weg unbedingt immer der beste Weg ist darf ebenso bezweifelt werden und so kann schnell der Verdacht entstehen, der Bewerber hätte etwas Unangenehmes oder gar Schlimmes zu verbergen. Ein gesundes Misstrauen im Vorstellungsgespräch, sollte es denn soweit kommen, ist in einem solchen Fall oftmals garantiert, hört man es doch in letzter Zeit immer wieder, dass Bewerber von ihren potentiellen neuen Arbeitgebern auf das eingeschränkt sichtbare Profil und die Beweggründe für diese Einschränkung im StudiVZ angesprochen wurden.

Doch wer nun panisch mit dem Gedanken spielt, alle seine Online-Profile auf diversen Networking-Diensten zu löschen sollte zuerst diesen Artikel zu Ende lesen, denn es geht auch anders. Das eigene Profil kann gezielt zum positiven Selbstmarketing und somit auch (hoffentlich) zur leichteren Jobfindung verwendet werden. Oftmals ist es nicht allzuviel Aufwand, um die Personalchefs dieser Welt z.B. bei schlechten Zeugnissen oder Lücken im Lebenslauf davon zu überzeugen, dass man dennoch der absolut richtige Kandidat für einen ausgeschriebenen Job ist.

Die beiden wohl bekanntesten Netzwerke in Deutschland sind ohne Zweifel das Business-Netzwerk Xing und natürlich der mehrmalige IVW-Spitzenreiter StudiVZ. Xing, als Business-Netzwerk sollte dazu prädestiniert sein, um seine berufliche Laufbahn positiv zu beeinflussen. Der Bewerber kann dort seine bisherige Stellen inkl. Tätigkeitsbereich, Position, Firmengröße und viele weitere Angaben eintragen und so seinen Lebenslauf, auf einfache Art und Weise, aussagekräftig online abbilden. Dort ist auch Platz für Informationen, die sich nicht im typischen tabellarischen Standard-Lebenslauf wiederfinden. So können dort die Größe des Unternehmens, eine Branche und auch ausführlichere Informationen zur Art der ausgeübten Tätigkeiten angegeben werden.

Wer noch jünger ist, studiert oder primär private Kontakte online pflegen möchte, der tut dies nicht selten im StudiVZ/MeinVZ. Hier neigt man als Benutzer eher dazu auch private Dinge von sich preis zu geben und dies kann, wie angesprochen, unter Umständen bei der Jobsuche „gefährlich“ werden - aber eben auch zum eigenen Vorteil genutzt werden. Durch durchdachte Angaben im eigenen Profil kann man als Bewerber Interesse im Bereich seines möglicherweise zukünftigen Jobs zeigen.

Wer sich z.B. bei einer sozialen Einrichtung bewirbt kann durch offensiv kommunizierte soziale Engagements der Ausprägung seiner sozialen Ader Nachdruck verleihen. Wer sich bei einer Brauerei bewirbt, der darf sicherlich auch erwähnen, dass er Bierliebhaber ist und gelegentlich gern schon mal das ein oder andere Bier am Wochenende trinkt, man muss ja nicht immer gleich übertreiben und stolz erwähnen, dass dies regelmäßig in einem Totalabsturz mit Alkoholvergiftung und dem Erwachen in der Ausnüchterungszelle der örtlichen Polizeistation endet.

Dabei sollte man jedoch vor allem darauf achten auch authentisch zu bleiben und wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Nichts ist unvorteilhafter und peinlicher, als im Gespräch auf eine charakteristische Szene in seinem „Lieblingsfilm“ angesprochen zu werden und dann nicht darauf antworten zu können, weil man selbst diesen Film in Wirklichkeit etwa niemals gesehen hat.

Jeder, der sich hin und wieder einmal Gedanken darüber macht, was er in sein Profil schreibt, welchen Gruppen er beitritt und welche Fotos er hochlädt, der sollte keinerlei Benachteiligungen bei der Jobsuche befürchten dürfen und auch sein Profil nicht verstecken und seinen Namen nicht zensieren müssen. Wer es richtig macht, kann durch die Mitgliedschaft in einem Social Network seine Chancen einen Job zu bekommen mitunter durchaus erhöhen, da sich die Entscheider bereits vorher ein erstes erstes Bild über Sympathie und Antisympathie mit dem Bewerber machen können. Ein öffentliches Profil in einem Social Network muss so also keinesfalls immer ein Nachteil bei der Jobsuche sein, sondern kann sich mit etwas durchdachtem Selbstmarketing schnell zum eigenen Vorteil entwickeln.

Leerstehende Fabriken zu Office-Communities

29.05.2009

Ich lese inzwischen bereits fast seit Bestehen der Seite täglich bei deutsche-startups.de mit, einem Weblog, das sich mit der deutschen Startup-Szene beschäftigt. Dort gibt es auch eine Interview-Reihe mit Gründern verschiedenster Web-Startups, die ich meist ziemlich interessant finde. In dieser Reihe erschien jetzt ein Interview mit Hendrik Boeing von Digital Bloom, aus welchem ich eine Antwort für ziemlich spannend finde und daher hier einmal zitieren möchte:

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister - was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Vielmehr sollte man mit dem Ministerium für Bildung sprechen und den Jugendlichen schon im frühen Alter Mut machen für eigene Ideen und Gedanken einzustehen und bei der Umsetzung Hilfestellung leisten. Das Problem der Deutschen ist doch die Angst in einem bestehenden System nicht zu funktionieren. Strukturen aufbrechen und frei denken!! Wenn ich dann noch auf Herrn von Gutenberg treffe, fände ich folgenden Gedanken spannend: Lehrstehende Fabriken (o.ä.) werden zu Office-Communities und “Begegnungsstätten” für Gründer und junge Unternehmen umgestaltet. Digital Bloom ist aktuell auf einem solchen Gelände. Hier haben wir uns einen alten 200qm Aerobic-Raum zu einem Office-Loft umgebaut. Auf unserem Areal könnte man mehr als 50 Start-Ups unterbringen, die sich gegenseitig pushen. Offene Küchen, Chillout-Areas, Technik-Support, Abendveranstaltungen, Vorlesungen etc. kann mehr bewirken als die ein oder andere finanzielle Unterstützung.

Stelle ich mir als sehr gelungene Abwechslung zu schnöden Gewerbe- oder Technologiezentren vor. Es spart Kosten, da sich mehrere Startups Klo, Küche, etc. teilen können, was gerade in der Startphase über alles Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann und es schafft, auch wenn ich bei dem Wort snst oft zusammenzucke, Synergien, da man sich direkt zu Anfang mit Gleichgesinnten austauschen kann.

Eine wie ich finde sehr gute Idee, die es wert wäre mal ausprobiert zu werden!

Hier geht es zum Interview.

Warum die Abwrackprämie abgewrackt gehört

14.04.2009

Abseits der sonstigen Themen an dieser Stelle mal etwas Wirtschaftspolitisches. Es folgt der Versuch einmal kurz und verständlich zu erläutern warum die Abwrackprämie selbst auf den Schrottplatz gehört.

Wie in der Volkswirtschaftslehre meist üblich, beschränke ich mich dabei auf sehr abstrakte Theorien, wobei ich versuche auf Fachbegriffe aus der VWL und der Haushaltstheorie und auf komplexe Ausuferungen zu Gunsten leichterer Verständlichkeit zu verzichten (wer möchte, kann Begriffe wie vollkommener Markt, Präferenzordnung, Einkommenselastizität, Nutzenfunktion … aber gern mal bei Wikipedia nachschlagen). Auch die Zahlen sind sehr an den Haaren herbei gezogen und auch übertrieben, doch auch dies soll lediglich der besseren Verstädnis dienen.

Ausgangssituation: Die Bundesregierung zahlt jedem Bürger, der ein mind. 9 Jahre altes Auto verschrotten lässt, das mind. 1 Jahr auf seinen Namen zugelassen ist, eine einmalige Prämie von 2.500 Euro beim Kauf eines Neuwagens. Das Ziel dabei ist es, Anreize zu schaffen, dass die Deutschen wieder mehr Neuwagen kaufen und die gebeutelte Autoindustrie angekurbelt wird.

Für unser Beispiel wollen wir von einer sehr sozialistischen Welt ausgehen, in der jeder Bürger berufstätig ist und monatlich identisch viel Geld, nämlich 500 Euro, zur Verfügung hat, welches er jeden Monat komplett ausgibt; durch das gleiche Einkommen, hat der Bürger auch identisch viel Einkommenssteuern (125 Euro) zu zahlen und für unser Beispiel existieren auch nur 4 Handelsgüter: Neuwagen, Gebrauchtwagen, Nahrungsmittel und Textilien.

Weiter gehen wir davon aus, das unser fiktiver Staat 50.000 Einwohner hat, von denen 20.000 ein Auto fahren, das die oben genannten Kriterien erfüllt und diese Leute auch alle die Prämie in Anspruch nehmen möchten.

Durch die gegebenen Umstände erzielt der Staat (50.000*125 Euro=) 6.25 Mio. Euro Steuereinnahmen im Monat. Dies bedeutet: wenn seitens des Staates alle Steuereinnahmen nur für die Abwrackprämie aufgewendet würden, könnte der Staat im Monat genau 2.500 Bürgern den Zuschuss gewähren. Nun möchten bereits im ersten Monat aber 5.000 Bürger die staatliche Prämie in Anspruch nehmen. Das heißt, der Staat steht mit —6.25 Mio Euro in der Kreide.

Was ist die logische Konsequenz wenn man merkt, dass die Ausgaben die Einnahmen übersteigen und man die Ausgaben aber nicht mehr einfach senken kann? Man erhöht zwangsweise (irgendwann) die Steuern um mehr Einnahmen zu erzielen und die Schulden wieder loszuwerden.

Gehen wir nun davon aus, der Staat erhöht die Steuern von 125 Euro auf 200 Euro. Alle(!) Bürger haben nun monatlich 75 Euro weniger zur Verfügung, damit der Staat gerade einmal 20% von ihnen weiter die Abwrackprämie zahlen kann. Mal abgesehen davon, dass es durch diese Steuererhöhung keine 3 Jahre dauern würde, bis der Autokäufer selbst seine 2.500 Euro durch einen Mehraufwand an Steuern wieder abbezahlt hat, haben auch alle anderen Bürger eben diese 75 Euro im Monat weniger zur Verfügung für andere Ausgaben.

Diese 75 Euro, die der Staat durch die Abwrackprämie mehr an Steuern erheben muss, steht den Bürgern nun also monatlich weniger Geld zur Verfügung. Dadurch kann er für 75 Euro weniger Nahrungsmittel und Textilien kaufen (die Gebrauchtwagen kommen später noch zum Zuge). Wenn in der wirtschaftlich gesunden Nahrungsmittel- und Textilindustrie vielleicht die letzten Jahre bequem knapp kostendeckend gearbeitet werden konnte, kommt es dort nun zu massiven Einnahmenrückgängen und somit zwangsweise zu Kündigungen. Klar käme es dazu ohne die Abwrackprämie vermutlich auch in der Autoindustrie, dann aber nicht auf Kosten aller, vor allem nicht auf Kosten der nachfolgenden Steuerzahler-Generationen.

Aber machen wir mal weiter. Gehen wir davon aus, es haben nun alle 20.000 Bürger einen Neuwagen gekauft. Die Autoindustrie konnte ihre Schulden abbauen und steht nun wieder bei Null. Immerhin. Doch selbst wenn von diesen 20.000 Bürgern nur 10.000 Bürger in den nächsten 2-3 Jahren einen Neuwagen gekauft hätten – wovon auszugehen ist, denn die wenigsten Menschen machen einen Autokauf, der möglicherweise ohnehin notwendig ist, abhängig von 2.500 Euro staatlichen Zuschüssen – so wird die Autoindustrie in eben dieser Zeit 10.000 Autos weniger absetzen. Die nächste Krise in 2-3 ist also schon fast wieder vorprogrammiert.

Und dadurch, dass gerade 20.000 Leute einen Neuwagen gekauft haben, gibt es außerdem theoretisch 20.000 Leute weniger, die Bedarf an einem Gebrauchtwagen haben. Dadurch geht es durch geringere Kaufkraft jetzt nicht nur der Nahrungsmittel- und Textilbranche schlechter, sondern auch massiv den Gebrauchtwagenhändlern, die schlagartig 20%, also ein stolzes Fünftel, ihres potentiellen Kundenkreises einbüßen müssen.

Klar ist, der Staat muss in einer Zeit, in der es der Wirtschaft schlecht geht, handeln. Ein Staat muss aber auch Ursachen hinterfragen und erörtern, warum es überhaupt dazu kommen konnte, dass es in der Autoindustrie überhaupt erst soweit kommen konnte, dass staatliche Hilfen notwendig werden. Otto Graf Lambsdorff, ehemaliger Wirtschaftsminister der BRD unter Helmut Schmidt und Helmut Kohl, sagte vor kurzer Zeit in der ARD Polit-Talkshow bei Beckmann, dass die Autoindustrie sich einfach übernommen hat und es inzwischen mehr Autohersteller, Autos und verschiedene Automodelle in immer kürzeren Intervallen gibt, als es Bedarf an Autos bei den Bürgern gibt.

Auch aus dieser Sicht wäre es schlauer gewesen die Autoindustrie (sanft) vor die Wand fahren lassen, vielleicht einige Insolvenzen in Kauf zu nehmen aber durch Steuersenkungen den Bürger selbst entscheiden zu lassen, für was er sein Geld ausgibt. Oder aber das Geld direkt gleich in Weiterbildungen der dann arbeitslosen Bürger und in die Erforschung neuer Technologien zu stecken, um nachhaltig neue Arbeitsplätze in bisher vielleicht noch gar nicht existierenden Bereichen zu schaffen.

In unserem Beispiel hätten wir jetzt:

  • mittelfristig höhere Steuern für alle
  • den großen Crash in der Automobilindustrie lediglich um 2-3 Jahre verschoben (in die nächste Legislaturperiode, sollen sich andere mit rumschlagen - schlau, liebe SPD!)
  • die Textil- und Nahrungsmittelindustrie mit in die Krise gezogen und dadurch …
  • … trotz aller Bemühungen mehr Arbeitslose
  • … und Leute die Hungern und Frieren, weil sie 75 Euro weniger für Nahrung und warme Kleidung haben

Aber das Beispiel zeigt, dass Subventionen von einigen ausgewählten Branchen immer zu Lasten anderer Branchen gehen. Dadurch ist Niemandem geholfen. Auch nicht der Automobilindustrie, zumindest nicht langfristig.

Natürlich sind die Umstände hier nur sehr theoretisch und abstrakt dargestellt, grundlegend sollte aber für jedermann verständlich sein, warum die Abwrackprämie eine staatliche Subvention ist, wie man sie schlechter gar nicht hätte beschließen können. In einem Superwahljahr macht sich aber scheinbar jede noch so schwachsinnige Idee beim Bürger gut – wenn man sie nur gut verkaufen kann.

//update:
Na klasse, ich wollte den Text bereits vor über einer Woche veröffentlichen, als das Thema noch aktuell(er) war und die Verlängerung der Prämie gerade beschlossen wurde. Hatte damals nur auf „Speichern“, nicht aber auf „Publizieren“ geklickt.

Wo die Mühlen langsam mahlen

3.04.2009

Es ist teilweise doch schon ziemlich unglaublich, wie langsam in Ämtern die Mühlen noch mahlen. Anfang September 2008 haben wir über eine Anwaltskanzlei (u.A. spezialisiert auf Markenrecht) eine Markenanmeldung vornehmen lassen. Am heutigen Tag, gerade einmal gut 210 Tage später, also ziemlich genau nach 7 Monaten(!), ist die Anmeldung beim DPMA online einsehbar.

Kann ich mir eigentlich nur so erklären, dass da entweder nur Halbtagskräfte arbeiten, die Markenanmeldungen unterste Priorität genießen oder die Leute dort wirklich gründlich arbeiten. Der Kanzlei mache ich keinen Vorwurf, dort kam schon wenige Tage später eine Anmeldebestätigung vom DPMA über den Eingang der Anmeldung.

Man stelle sich eine solche Wartezeit nur mal in der freien Wirtschaft vor: „Ihre E-Mail habe ich erhalten, ja, ich kann die Texte aber erst in 7 Monaten online stellen“ …

Unfassbar.

Deutschland seine Bürger und deren Auffassung von Weiterbildung und Arbeitsleben

3.11.2008

Heute möchte ich mal auf ein Thema eingehen, das mich seit einiger Zeit beschäftigt und was, glaube ich, in unserer Gesellschaft noch nicht ganz so angekommen ist. Es geht um das Thema nebenberufliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen. Ich halte es für überaus wichtig, sich auch nach seiner Berufsausbildung, auch nach seinem Studium und natürlich erst recht nach dem Schulabschluss, ständig weiterzubilden.

Ich habe beispielsweise nach der Ausbildung zum Mediengestalter eine zweijährige Wochenend-Fortbildung zum Medienfachwirt bei der IHK absolviert und habe jetzt, also unmittelbar danach, sogar ein Wochenend-Fachhochschulstudium „Business-Administration“ angefangen. Während der Weiterbildung zum Fachwirt habe ich ein Fachbuch geschrieben. Zum einen weil ich mein Wissen in diesem Bereich dokumentieren wollte, zum anderen aber natürlich auch, weil ich wusste, dass ich dadurch sicherlich nicht dümmer sein werde als vorher und aus der Sache noch etwas mitnehmen werde.

Nun erwarte ich natürlich nicht, dass jeder so bekloppt ist wie ich und nach seiner dreijährigen Ausbildung noch eine zweijährige Fortbildung dranhängt, währenddessen ein Buch schreibt und danach, weil es so schön ist, noch studieren geht. Um Himmels Willen, aber ein bißchen Engagement kann man jawohl gerade in der heutigen Zeit – vor allem (aber nicht nur) – im Medien-/Software/IT-Bereich erwarten, oder sehe ich das falsch?

Ich spiele in Gesprächen mit Freunden und Kollegen, Bekannten und Unbekannten immer mal wieder auf das Thema Weiterbildung an und versuche so ganz beiläufig zu erörtern, wie die Leute mit denen ich zu tun habe, zu der Thematik stehen. Sehr oft erfahre ich, dass Leute sich weiterbilden wollen aber nicht wissen wie, wo und wodrin, gelegentlich treffe ich Leute, die sich tatsächlich nebenbei weiterbilden und leider noch zu oft treffe ich aber auch „Alleskönner“, die eine abgeschlossene Berufsausbildung als das höchste der Karriereleiter sehen. Wozu weiterbilden, man hat doch schließlich eine Ausbildung. Hardliner steigern diese Weiterbildungs-Resistenz dann noch mit so Sätzen wie (ehrlich schon mehrmals gehört): „Ich hab ja auch nichts besseres zu tun, als in meiner Freizeit Fachbücher zu lesen“. Ganz ehrlich: Nein!

Jeder der nicht nur im Hier und Jetzt lebt und auch in 10 Jahren noch (s)einen Job haben möchte, der sollte wenigstens Fachzeitschriften oder Weblogs lesen, sich auf Fachtagungen blicken lassen oder Seminare besuchen. Die Zeiten der Vollbeschäftigung sind vorbei, willkommen im 21sten Jahrhundert. In unseren Zeiten kann es durch Finanz- oder Wirtschaftskrisen jeder Zeit sein, dass man plötzlich ohne Job da steht. Und dann werden bei den wenigen offenen Jobs diejenigen genommen, die den meisten Output versprechen. Dies sind in der Regel diejenigen, die nicht nur mit veralteter Fach- und nicht vorhandener Methodenkompetenz glänzen, sondern (auch) durch Engagement neben der Arbeit.

Bei der EU gibt es das sehr begrüßenswerte Aktionsprogramm „Sokrates“ und auch Wikipedia hat einen prägnanten Artikel zum Thema lebenslanges Lernen. Meiner Meinung nach sollte auch die Bundesregierung expliziter an die Bürger appellieren sich nebenberuflich weiterzubilden. Förderungen um dies jedermann zu ermöglichen gibt es genug (Meisterbafög, Bildungsscheck, …).

Stillstand bedeutet Rückstand und Rückstand bedeutet in der Wirtschaft schlimmstenfalls die Insolvenz. Sollte es demnächst einmal soweit kommen, dass ich Angestellte habe, werde ich wohl darüber nachdenken eine Art „Weiterbildungsklausel“ im Arbeitsvertrag zu verankern. Wie auch immer diese geartet sein wird.

Anstoß zu diesem Artikel war ein Text von Lawblogger Udo Vetter mit dem Titel Polizisten: Sport während der Dienstzeit. Kurzer Kommentar noch dazu:

Selbstverständlich wird auch geregelt, wie viel Dienstzeit in Anspruch genommen werden darf, um an die erforderlichen Nachweise zu kommen: 24 Stunden im Jahr. „Viel zu wenig“, schimpft Gewerkschafter Wendt.

Diese Aussage halte ich für absolut fragwürdig. Mal ganz davon ab, ob es der richtige Weg ist, wenn der Staat einem Polizisten vorschreibt, dass dieser Sport zu treiben hat, schlimm genug, dass er das scheinbar überhaupt vorschreiben muss. Aber von einem Polizisten sollte man doch wohl erwarten können, dass er auch außerhalb seiner Arbeitszeit, und ich rede von mehr als zwei Stunden im Monat, ein wenig Sport treibt um sich für seinen Beruf fit zu halten, oder sehe ich das falsch? Und zwei Stunden der Arbeitszeit dafür nutzen zu dürfen, halte ich für ein sehr großzügiges Angebot der NRW-Landesregierung.

Ich würde gern einmal von euch wissen: Was macht ihr außerhalb eurer offiziellen Arbeitszeit um euch weiterzubilden? Wieviel Zeit wendet ihr dafür auf? Macht ihr dies freiwillig oder mehr oder weniger „auf Befehl“?

Social Networks bei der Jobsuche

23.09.2008

Heute mal ein Gesuch hier: für einen etwas ausführlicheren Artikel zum genannten Thema suche ich noch nach Leuten, die bei Vorstellungsgesprächen von Personalern bereits auf ihr Profil bei StudiVZ, Wer-kennt-wen, Xing oder sonst wo angesprochen worden sind und die Bereit wären mir einige Fragen dazu zu beantworten. Es würde ggf. schon reichen wenn ihr in Gesprächen auf Dinge angesprochen wurdet, die nicht in der Bewerbung standen, diese aber aus eurem Profil in einem beliebigen Social Network ersichtlich sind.

Gerne dürfen sich auch Personaler melden die mir etwas darüber erzählen wollen, wie sie bei der Recherche nach Bewerbern vorgehen, wieviel Aufwand betrieben wird, ob den Bewerbern „hinterher geschnüffelt“ wird (ist ja nichts Verwerfliches, es geht schließlich meistens darum jemanden einzustellen, der später einmal mehrere Tausend Euro im Jahr bekommen soll).

Also, Befragte und Befrager, meldet euch bei mir!

Deutschlands größter QR-Code

19.09.2008

Seit dieser Woche testet die Unternehmensgruppe DERWALD das mobile Tagging, um weiterführende Informationen zu einem exklusiven Wohnobjekt aufs Handy zu zaubern. Auf einem 10×5 Meter großen Riesenbanner prangt ein ca. 4×4 Meter großer QR-Code, der direkt über einen Klick auf die eigens angelegte Mobil-Version des Objektes führt. Befestigt wurde der Code, wie sollte es anders sein, am Wohnobjekt selbst. Dieses befindet sich an einer Hauptverkehrsstraße der Dortmunder Innenstadt und zieht somit täglich die Blicke mehrerer Tausend Leute auf sich.


Für Unkundige wird unter dem Code eine Kurzanleitung geliefert, wie man sich per SMS einen Reader auf das eigene Handy holen kann.

Realisiert wurde das Projekt durch die Mobilistics GmbH, ganz besonders freut es mich persönlich aber, dass ich wesentlichen Anteil am Code und dem dahinterstehenden Workflow habe. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass sich der Einsatz von mobile Tagging bei diesem „Pilotprojekt“ empfiehlt und der ein oder andere Dortmunder Kenntnis nimmt, von dieser schönen und zukunftsweisenden Technologie.

Ich behaupte jetzt einfach mal ganz selbstsicher, dass es sich dabei um Deutschlands größten öffentlichen QR-Code handelt. Oder kennt ihr größere Codes aus Deutschland?

(Kleiner Hinweis: die Fotos befinden sich unter Creative Commons Lizenz und können frei verwendet werden)

Meine Xing-Policy zum Umgang mit Kontakten

30.07.2008

Von allen mir bekannten Social Networks gefällt mir persönlich Xing mit Abstand am besten. Ich pflege dort Geschäftskontakte, kommuniziere fleißig und beteilige mich an der ein oder anderen Gruppe.

Was meine Kontaktliste angeht bemühe ich mich dabei, mich auf die Personen zu beschränken, mit denen ich beruflich etwas zu tun habe, zu tun haben könnte oder möchte und auf Personen mit denen ich gut befreundet bin (oder sein möchte ;-)). Ich bin kein „Kontaktesammler“, sondern möchte meinen Kontakten schon ein wenig das Gefühl geben etwas „exklusives“ zu sein, auch wenn sich bei mir inzwischen (nachdem ich zwischenzeitlich aussortiert habe) 117 Kontakte angesammelt haben, was ich ehrlich gesagt schon wirklich viel finde.

Schön, gut zu wissen mag sich jetzt der ein oder andere meiner Leser hier denken. Doch warum ich dies hier schreibe hat einen tieferen Sinn. In letzter Zeit häufen sich Kontaktanfragen von Leuten, die ich kein Stück kenne, mit teilweise völlig aussagelosen Begründungen. Beispiel: „Ich sammle gerade alle Webkrauts in meiner Liste“.

Das ist schön, doch lehne ich solche Leute grundsätzlich und meist ohne Begründung ab. Bin ich arrogant? Keineswegs! Aber alleine dieser Begriff „sammeln“ schreckt mich doch arg ab. Ich nutze Xing wie erwähnt um fleißig zu kommunizieren. Mit Freunden, Geschäftspartnern, Kunden und anderen interessanten Menschen. Ich möchte nicht ein x-beliebiger Kontakt von vielen sein, bei jemandem, der nach ein paar Wochen ohne die Begründung zu lesen, vermutlich nicht einmal mehr weiß, warum ich überhaupt zu seinen Kontakten gehöre.

Nein, ich möchte einfach nicht mit jedem Hinz und Kunz in Verbindung stehen, nur weil er zufällig die gleiche Haarfarbe hat wie ich und ebenfalls aus Dortmund kommt, welch unheimlicher Zufall! Sicherlich mag es auf den ersten Blick beeindruckend, wichtig und toll aussehen wenn man 500 Kontakte und mehr in seiner Kontaktliste hat. Aber verliert sich dabei nicht irgendwie auch die Authentizität und Glaubwürdigkeit eines Profils? Meiner Meinung nach schon.

Wie denkt ihr darüber? Habt ihr einmal über euer eigenes Verhalten bei Xing oder vergleichbaren Netzwerken nachgedacht? Habt ihr es überdacht? Oder seid ihr zu sehr damit beschäftigt nach Leuten zu suchen die zufällig die gleiche Haarfarbe haben wie ihr? ;-)

Alles, was man im Job wissen muss

30.01.2008

Hab in dem von mir sehr geschätzten Weblog „Selbst und Ständig“ ein anderes schönes Weblog gefunden, das auf jeden Fall in meinen Reader kommt: Karrierebibel. Die Karrierebibel ist das weblog von Jochen Mai, der seit neun Jahren das Ressort „Beruf + Erfolg“ bei der WirtschaftsWoche leitet und auch bereits ein Buch mit dem gleichen Titel herausgebracht hat. Das Weblog ist sozusagen das Blog zum Buch. Quasi.

Jedenfalls sehr lesenswert!
http://karrierebibel.de/


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